Auszeichnung für den Verein "Palästina-Komitee Stuttgart e.V."

13. Verleihung seit 2013

Baden-Baden / Stuttgart 12.12.2025

Der mit 1.000,- € dotierte 2025er „Buscher Media Zukunftspreis“ des Baden-Badener Medien-Unternehmers Dr. Marduk Buscher ging in diesem Jahr an das „Palästina-Komitee Stuttgart e.V.“, das seit 1982 für die Verwirklichung der international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung und Rückkehr der Vertriebenen eintritt. Der Verein setzt sich ein für die Verwirklichung der Menschenrechte und  wendet sich gegen jegliche Form des Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie. Das Palästinakomitee engagiert sich vor allem in der Aufklärungsarbeit und veröffentlicht unter anderem seit 10 Jahren ein monatliches Infoblatt zur aktuellen Situation und grundlegenden Fragen. Zu deren Arbeit gehört auch die medizinische Unterstützung, das Palästinakomitee hat bereits einen fünfstelligen Betrag für den Erhalt des Gesundheitswesens im Gazastreifen gesammelt und gespendet. Zurzeit unterstützt es auch die Versorgung der Zivilbevölkerung während des Krieges im Gazastreifen mit Trinkwasser.

Die Preisverleihung fand am Mittwoch, dem 10. Dezember 2025, statt. Also genau am Jahrestag der Verabschiedung der Erklärung der universalen Menschenrechte durch die UN im Jahr 1948.

Die Veranstaltung im Stuttgarter Gewerkschaftshaus (Willi-Bleicher-Straße 20, 70174 Stuttgart) wurde durch einen Vortrag von Issam Younis zur aktuellen Situation in Gaza und Palästina bereichert. Issam Younis ist Leiter der palästinensischen Menschenrechts-NGO Al Mezan mit Sitz in Gaza. Zur Arbeit der im Jahr 1999 gegründeten Organisation gehört nicht nur der Einsatz für die Menschenrechte in Palästina, sondern auch wesentlich die Beobachtung und Dokumentation der Kriegsverbrechen der israelischen Besatzungsmacht.

„Nicht Rache, sondern Rechenschaft“, hieß seine Forderung angesichts der immensen Schäden und Opfer der israelischen Besatzung Palästinas.

Grußworte von Prof. em. Dr. Fanny Reisin von der „jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Palästina“, von Geri Müller, Alt-Nationalrat und Präsidentder Gesellschaft Schweiz/Palästina, von Allan Zink von der jüdisch-arabischen Gesellschaft in Strasbourg, von Aynur Karlikli aus dem Rat der Stadt Stuttgart, von Reinhard Hauff von der evangelischen Gemeinde Heiningen, der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Annette Groth und  „Kultur des Friedens“ sowie Wiltrud Rösch-Metzler, der Vorsitzenden des pax christi Diözesanverbandes Rottenburg-Stuttgart rundeten das Programm ab.

Alle Statements beschworen einen echten Frieden, wahre Demokratie und Gerechtigkeit für das palästinensische Volk und wiesen jeden Verdacht des Anti-Semitismus‘ von sich.

Das jüdisch-deutsche Streichquartett Tadamoun, auf Deutsch „Solidarität“, sorgte für eine musikalische Umrahmung des Festaktes.

Seit 2013 wurde der „Buscher Media Zukunftspreis“ alljährlich in Baden-Baden oder Bühl im Rahmen eines „Zukunftsfestivals“ oder des „Forums Zukunft“ öffentlich verliehen. 2022 bot der Oberbürgermeister Baden-Badens einen würdigen Rahmen für die Verleihung. 2023 fand die Verleihung im Rahmen der Herbsttagung des Netzwerkes Friedenssteuer in Bad Hersfeld statt. Die 2024er Auflage des Preises wurde dem in Müllheim ansässigen Friedensrat Markgräflerland für seine engagierte Friedensarbeit verliehen.

Das „Palästina-Komitee Stuttgart“ kämpft mit friedlichen Mitteln für die Durchsetzung der Rechte des palästinensischen Volkes. Die Mitglieder des Vereins unterstützen in diesem Zusammenhang die Bewegungen der Völker in der Region für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit im Sinne der Völkerverständigung. Der diesjährige Buscher Media Zukunftspreis stellt eine Anerkennung der langjährigen Arbeit des Palästina-Komitees Stuttgart für die Verwirklichung der Rechte der Palästinenser und demokratische sowie sozial gerechte Verhältnisse für alle Menschen im historischen Mandatspalästina dar.

Das Bemühen um einen freien, demokratischen Staat, in dem es keine religiöse, kulturelle, nationale und soziale Unterdrückung gibt, ist ein zentraler Punkt seiner Arbeit. Basis dafür ist eine von den selbstauferlegten Zwängen einer an den Vorgaben der „deutschen Staatsraison“ orientierten Medienlandschaft unabhängige Berichterstattung über die Greuel der israelischen Besatzungspolitik – nicht erst seit dem 7.10.2023.

Buscher wehrte sich in diesem Zusammenhang gegen den Vorwurf des Anti-Semitismus‘, mit welchem heute alle Menschen belegt werden, die sich gegen die faschistoide Apartheidpolitik Israels positionieren. Er verwies auf die kluge Unterscheidung zwischen Anti-Semitismus, Anti-Judaismus und Anti-Zionismus, welche der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn vorgenommen hat, um die Begrifflichkeit zu klären und die Diskussion zu entemotionalisieren.

2025 wird der Buscher-Media-Zukunftspreis zum 13. Mal verliehen. Die früheren Preisträger waren 2013 der ADFC, der das Preisgeld für eine Aktion mit der Lebenshilfe eingesetzt hat, und 2014 die Initiative „Plant-for-the-planet“ von Felix Finkbeiner mit ihrer weltweiten Aufforstungsaktion. Das Kinderhilfswerk NPH wurde 2015 für eine Solaranlage mit Ausbildungsaktivitäten auf Haiti ausgezeichnet, und im Jahr 2016 erhielt den Preis der Verein AktivBrücke in Baden-Baden – stellvertretend für die gesamte Flüchtlingsarbeit der Bürgerschaft. 2017 wurde das humanitäre Engagement von „PalMed“, einem Zusammenschluß palästinensischer Ärzte und Apotheker, die von Deutschland aus ihren Landsleuten im besetzten Palästina und in den Flüchtlingslagern in den Staaten rund um Palästina Hilfe leisten, gewürdigt. In 2018 wurde die Integrationsarbeit im Stadtteilzentrum Briegelacker in Baden-Baden ausgezeichnet und in 2019 der Verein „Dorf der Freundschaft in Vietnam“, welcher sich um Opfer des Vietnamkriegs kümmert. 2020 war das GemeinwohlForum Baden -als langjähriger Veranstalter der Zukunftsfestivals und Mit-Initiator der Bio-Musterregion Baden/Alsace- Preisträger. Im Jahr 2021 erhielt die Cuba Solidarität Würzburg den Preis für ihr humanitäre Unterstützung des kubanischen Volkes unter den Einschränkungen der US-Blockade, und 2022 wurde die Bürgerstiftung Baden-Baden zu ihrem 20. Jubiläum für ihre nachhaltige, sozial und kulturell ausgerichtete Arbeit ausgezeichnet. 2023 erhielt das Netzwerk Friedenssteuer den Preis für sein 40-jähriges Bemühen um das Recht des Steuerbürgers auf Kriegsdienstverweigerung durch eine Mitbestimmung über die Verwendung seiner Steuergelder. 2024 war der „Friedensrat Markgräfler Land“ Preisträger.

Ökologie, Inklusion, Hilfe zur Selbsthilfe, Solidarität mit Krisenopfern, die Sorge um das Gemeinwohl und um den Frieden sind also die Triebfedern des Engagements von Dr. Marduk Buscher, Gründer und langjähriger Geschäftsführer mehrerer Firmen im Medienbereich sowie aktuell noch der „Media Consult Buscher GmbH“. Ihm liegt daran, einen „atmenden“ Preis zu vergeben, der abwechselnd internationales und lokales oder regionales Engagement belohnt.

Er möchte mit dem Preis konstruktive Initiativen auszeichnen, die „in den verschiedensten Bereichen des menschlichen Zusammenlebens den Keim einer Besserung, einer Entspannung, eines Hoffnungsschimmers pflanzen“.

Fotos: siehe Dateinamen

© PAKO Stuttgart und/oder Buscher

Kontakt/Info:

Dr. Marduk Buscher

Media Consult Buscher GmbH

+49 171 6908228

marduk@buscher-media.de

www.buscher-media.de : Preisstifter

www.senderfreiespalaestina.de : Preisträger